Blütensturm

Regentage

Silke?

Ich schaue zu dem zarten Wesen, das neben mir schwebt. Heute wirkt sie ein wenig melancholischer, ob das an dem trüben Wetter liegt?

“Ja, Tiara?”

Hast du schon mal im Gras gelegen, wenn es noch nass war vom letzten Regenschauer und den grauen Wolken beim vorbeiziehen zugeschaut?

Darüber muss ich gar nicht lange nachdenken, ich schüttle leicht meinen Kopf. So ernst kannte ich Tia bisher gar nicht. Ich betrachte sie von der Seite, wie sie sich an die Rhododendronblühte lehnt und in den Himmel schaut, ihr weißes Kleid leicht nass von den Tropfen auf der Blüte. Schweigend warte ich auf weitere Ausführungen ihrerseits. Manchmal braucht man eben Geduld, bis jemand weiter reden mag.

Schließlich bricht sie nach einigen Minuten das Schweigen.
An solchen Tagen fühle ich mich, als würde der Himmel weinen. Wenn ich mich ins Gras lege und dabei zuschaue, wie die Wolken weiter ziehen, dann nimmt der betrübte Himmel auch all meine Traurigkeit mit…

Ich schweige weiterhin, was soll man darauf auch erwidern? Unsicher suche ich nach passenden Worten, die sie trösten könnten, doch mir will einfach nichts einfallen. Schließlich sehe ich, wie die kleine Fee sich ins Gras fallen lässt und da wird mir klar, wie ich ihr sagen kann, wozu mir die Worte fehlen. Ohne weiter darüber nachzudenken, lege ich mich zu ihr ins Gras. Die kleine Hand meiner Freundin liegt in meiner. Gemeinsam schauen wir zu den vorbei ziehenden Wolken hoch und so sagen wir uns viel mehr, als Worte es je geschafft hätten:

Ich bin für dich da.

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